Wir sind musikalisch
ohne es zu wissen

MUSIK THINKING. Ohne Musik bleibt die Welt stehen. Sie berührt uns, durchdringt uns, und dies als abstrakte dynamische Sprache. Wie schafft Sie das? Zeit, sich die Musik mal näher unter die Lupe zu nehmen. Davon können auch moderne Organisationen profitieren.
Text: Rudi-Renoir Appoldt

Lesezeit: 2 Minuten

Heute ist alles dynamisch. Nichts steht mehr nur einfach still. Veränderung ist unsere Konstante geworden. Manch einer sehnt sich nach Rückzug und Pause, doch ein Entkommen gibt es nicht. Doch, vielleicht ist dass ja alles gar nicht so schlimm. Vielleicht braucht es einfach eines anderen Blickwinkels, einer anderen Einordnung die uns hilft einen besseren Zugang zu dieser dynamischen Zeit zu bekommen.

Rein formal betrachtet ist unsere heutige Zeit sehr musikalisch. Wir erkennen Höhen, Tiefen, Beschleunigung, Entschleunigung, Pausen, Überraschende Brüche, Spannungen, Enspannungen ect… alles Analogien die wir auch aus der Musik kennen. Was liegt näher, als das wir beginnen wie Komponisten diese Zeit zu komponieren. Zeit, sich Musik mal näher anzuschauen und rausfinden was es bedeuten kann die Welt musikalischer zu sehen und sie so für uns lebendiger und lebenswerter zu gestalten.

Gestaltung von Zeit

Musik ist für viele natürlich vorerst mal ein emotionales Hörereignis, dass sie z.B. berührt, enstspannt, energetisiert oder einfach zum tanzen anregt. Wo bitte soll dies nun helfen die Welt besser zu verstehen? Abstrakt betrachtet kann Musik als ein System gesehen werden das Zeit ordnet, gestaltet und Ihr einen Ausdruck gibt. Musik steht da nicht alleine. Im Kunstbereich wäre da z.B. Film oder Theater, die sich mit der Entwicklung von Geschichten über Zeit beschäftigen. Es gibt aber auch Anlehnungen an Systeme die z.b. Abläufe organisieren. Wenn wir hier das Element des Erzählens rausnehmen und es auf eine reine Logik begrenzen, dann erkennen wir in der Musik Loops, Patterns, Zufall, Funktionen ect.. und dies ist die Sprache der Informatik. Dies alles suggeriert, dass diese Systeme sich ähnlich sind und somit voneinander profitieren können. Der grösste Unterschied ist die Sichtweise auf die Zeit.  Auf der einen Seite wird sie als emotional Ausdrucksform begriffen, als Erzählform und auf der anderen Seite als rein funktional. Vielleicht ist es so, dass wir vor allem mit all den funktionalen Erneuerungen der neuen Zeit überfordert sind, weil wir den emotionalen Zugang noch nicht gefunden haben. Vielleicht ist es auch so, dass wir durch einen emotionalen Zugang die funktionalitäten besser einordnen können und für uns nutzen. So wie ein Musiker sein Instrument erlent, damit er damit der Musik einen Ausdruck geben kann.

Von funktional zu emotional

Schauen wir auf unsere heutige emotionale dynamische Welt, stellt sich die Frage ob wir dynamische Systeme als nur rein funktional betrachten können, oder ob sie nicht auch emotionale Ausdrucksformen annehmen. z.B. im Bereich von Human Centered Design dass die Schnittstelle zwischen Mensch und digitalen Systemen betrachtet, aber auch Organisationsformen die sich der dynamischen Welt anpassen, eigentlich alles was heute durch die Digitaltechnik dynamisiert wird. Es stellt sich auch die Frage, ob wir in unseren Betrachtungen oft in einer statische Sichtweise verharren, wo wir eine dynamische einnehmen müssten.

Was können wir von der Musik lernen um Systeme emotionaler zu gestalten, um aus statischen Sichtweisen dynamische zu machen? So dass z.B. unser Leben mehr grooved unser Alltag besser klingt? Wie finden wir diesen musikalischen Blickwinkel? Woran misst man diese Musikalität? Was heisst es etwas zum klingen zu bringen und wie wird Musik lebendig?

In weiteren Blogbeiträgen möchte ich dies Untersuchen und helfen die Welt musikalisch zu sehen indem ich durch Analogien und Referenzen einen gestalterischen Zugang zu unserer dynamischen Welt schaffe.

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